Wileyfox Spark X im Test: Großes Cyanogen-Smartphone zum kleinen Preis

5,5 Zoll-Gerät

von Jan Brack
Wileyfox Spark X Titelbild

Nicht nur äußerlich erinnert das Wileyfox Spark X an das OnePlus One, auf beiden Smartphones läuft auch Cyanogen OS - eine Seltenheit am Android-Markt. Zum Preis vom nur 180 Euro soll das Wileyfox Spark X Einsteiger und Bastler gleichermaßen überzeugen. Wir haben das Gerät getestet.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Verarbeitung
  2. Ausstattung, Leistung und Bedienung
  3. Telefonieren per Dual-SIM
  4. Akkulaufzeit
  5. Foto und Video
  6. Preis und Verfügbarkeit
  7. Fazit

Nicht nur der 5,5 Zoll große Bildschirm des Spark X erinnert uns an das OnePlus One, auch die angeraute, abnehmbare Rückseite weist Parallelen zum Handy des chinesischen Herstellers OnePlus auf. Entwickelt wird das Spark X aber nicht in China, sondern in Großbritannien. Nur die Produktion erfolgt in Fernost. Das Spark X gesellt sich dabei mit Geräten von Wiko und BQ in eine Reihe aktueller europäischer Smartphones.

Design und Verarbeitung

Den günstigen Verkaufspreis sieht man dem Spark X nicht unbedingt an: Die Vorderseite erinnert mit ihren abgerundeten, glänzend schwarzen Kanten tatsächlich leicht an aktuelle iPhones, auch die matte Rückseite vermittelt einen soliden Eindruck. Positiv fallen leuchtend-kupferfarbene Akzente auf - etwa in Hörmuschel, oder als Kamerarahmen. Auf der Rückseite findet sich außerdem ein auffälliges Wileyfox-Logo im entsprechenden Design.

Wileyfox Spark X im Test

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Die abnehmbare Rückseite sitzt stabil am Gerät, hier wackelt oder knarzt nichts. Die rückwärtige Kamera steht allerdings leicht hervor - abgesehen davon handelt es sich beim Spark X um einen soliden 135 Gramm schweren Block.

Ausstattung, Leistung und Bedienung

Genau wie im kleineren Wileyfox Spark arbeitet im Inneren des Spark X der MediaTek-Chip MT6735. Das ist absolute Einsteiger-Hardware, entsprechend liegt die Performace unterhalb derer älterer Geräte, wie etwa dem Samsung Galaxy S4. Unterstützt wird der Quadcore-Prozessor von zwei Gigabyte Arbeitsspeicher (RAM).

Während wir beim ursprünglichen Spark mit einem Gigabyte RAM auch bei durchschnittlicher Beanspruchung deutliche Performance-Einbrüche feststellten, laufen Mail, Facebook oder Spotify dank mehr Arbeitsspeicher auf dem Spark X zuverlässig. Spiele tauglich wird das Gerät damit dennoch nicht. Auch müsst ihr auch auf ein durchschnittlich langsames Arbeitstempo einstellen: Die Bedienung gelingt zwar meist flüssig, dennoch stellen wir jederzeit eine leichte Verzögerung bei Auswahl von Inhalten oder im Scrollen von Menüs fest.

Physische Tasten unterhalb des Displays finden sich beim Wileyfox nicht, die Fläche bleibt leider ungenutzt und es kommen OnScreen-Tasten zum Einsatz. Einzige echte Tasten sind so die Lautstärkewippe an der linken Geräteseite, sowie eine Powertaste am rechten Rand. Die Positionierung geht für Nutzer mit großen Händen in Ordnung, der Druckpunkt fällt allerdings viel zu vage aus.

Der Gerätespeicher umfasst 16 Gigabyte, davon sind zu Beginn knapp 11 Gigabyte (GB) mit Apps und Multimedia-Dateien frei belegbar. Per SD-Karte lässt sich der Speicherplatz um bis zu 32 GB erweitern. Dank Adoptive Storage lagert ihr Systemdaten bei Bedarf auch auf die Speicherkarte aus. Auch beim einem Gerät dieser Preisklasse hätten wir uns allerdings entweder mehr internen Speicher, oder eine Unterstützung für größere SD-Karten gewünscht.

Softwareseitig setzt Wileyfox erneut auf Cyanogenmod 13 - eine vorinstallierte Android 6-Variante mit besonders vielen Rechten und Einstellungsmöglichkeiten für den User. So lassen etwa sich die Schnellzugriffe und Statusleisten umfangreich personalisieren, außerdem könnt ihr die Leistung eures Gerätes durch Übertakten und ähnliches beeinflussen. Die interessantesten Cyanogen-Features stellen wir euch auf dieser Seite vor.

Erfreulich farbenfroh schaut das 5,5 Zoll große IPS-Display aus, auch die Helligkeit überzeugt. Etwas niedrig fällt die Auflösung mit 1.280 x 720 Bildpunkten auf einer entsprechend großen Bilddiagonale aus, die Anzeige von Text geht noch in Ordnung, kann uns aber vollends nicht überzeugen. Die automatische Displaysteuerung "Adaptive Helligkeit" stört im Test mehr, als das sie nützt - viel zu unruhig ist das Helligkeitsverhalten des Displays, auch bei gleichbleibenden Lichtverhältnissen.

Telefonieren per Dual-SIM

Genau wie die anderen Spark-Modelle bietet das Spark X eine Dual-SIM-Funktion: Hier lassen sich zwei SIM-Karten parallel betreiben. Android 6-typisch stellt ihr komfortabel ein, welche Karte für welche Dienste genutzt werden soll. Anstelle von oftmals fummeligen seitlichen Slots werden SD- und SIM-Karten nach Öffnen des Gehäuses ausgetauscht. Während die meisten Hersteller inzwischen auf Nano-SIMs setzen, nutzt Wileyfox das Micro-SIM-Format. Das erspart Nutzern ihre alte SIM-Karte zuzuschneiden, Nano-SIM-Besitzer müssen zu einem Adapter greifen.

Die Gesprächsqualität fällt leider sehr mäßig aus. Zwar bekommt der Gesprächsteilnehmer am Festnetz einen akzeptablen Sound mit gut gefilterten Nebengeräuschen geboten, was wir aus der Ohrmuschel des Spark X hören, ruft allerdings eher Grauen als Hörgenuss hervor. Die Stimme des Gegenübers klingt blechern, verzerrt und absolut inkonsistent mal heller und dann wieder dunkler. Dass das in der Preisklasse besser geht, zeigt etwa das Honor 5C im Test.

Akkulaufzeit

Ob beim Telefonieren oder Surfen, der 3.000 Milliamperestunden starke Akku überzeugt uns im Test. Durch einen vollen Arbeitstag solltet ihr mit dem Spark X locker kommen, am Abend wird aber auch hier ein Aufladen notwendig sein. Mit nur einem Handgriff lässt sich der Akku übrigens wechseln. Kleines Ärgernis: Das Cyanogen-System scheint zusätzlich zu Android selbst Strom zu fressen - über "Android OS" und "Standby" hinaus taucht im Akku-Menü der Eintrag "CyanogenMod-System" mit einem Verbrauch von 6 Prozent auf.

Foto und Video

Mit 13 Megapixeln löst die Hauptkamera des Spark X auf, Wileyfox verbaut außerdem eine 8 Megapixel-Frontkamera. Im Kamera-Test stört uns besonders die mittelmäßige Performance des verbauten Prozessors: Denn die App reagiert langsam und die Darstellung des Live-Bildes gelingt keineswegs flüssig. Auch die Zeit vom Klick auf den Auslöser, bis zum tatsächlichen Foto ist teilweise beträchtlich. Von selbst vermag auch die Belichtung nicht allzu gut zu gelingen, hier lässt es sich allerdings mit einem Klick schnell und passabel nachjustieren.

Kameratest des Wileyfox Spark X.

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Auch für die Videoaufnahme gelten ähnliche Einschränkungen - manuelles nachjustieren ist immer wieder notwendig. Wer sich viel Zeit für Fotos und Videos mit dem Spark X nimmt, kann brauchbare Aufnahmen erzielen - Schnappschuss-geeignet scheint das Smartphone allerdings nicht. Vielleicht hätte man auf eine geringere Auflösung setzen sollen, um den überforderten Prozessor eine Chance zu geben, die Bildinhalte zu verarbeiten.

Preis und Verfügbarkeit

Zum Preis von 179,99 Euro könnt ihr das Spark X im Wileyfox-Shop bestellen. Verfügbar ist es lediglich in der von uns getesteten Farbe "Sandstein-Schwarz". In anderen (Online)-Shops ist das Gerät rar. Im Lieferumfang enthalten ist lediglich ein Micro-USB-auf-USB-Kabel, Stromadapter oder Headset fehlen.

Wileyfox Spark X: Fazit

Schnellerer Prozessor notwendig 6.1/10

Mit dem verbauten MediaTek-Prozessor hat Wileyfox das Spark X leider mit einem Flaschenhals versehen, der sich in beinahe jedem Anwendungsgebiet negativ widerspiegelt. Überzeugen können im Test so nur die gute äußere Verarbeitung, sowie die anständige Akkulaufzeit.

Das hat uns gefallen

  • Gute Verarbeitung
  • Cyanogen OS
  • Dual-SIM

Das hat uns nicht gefallen

  • Schwache Performance
  • Mäßige Kamera
  • Kein Netzteil
Testnote 6,1 von 10
Jan Brack
Bewertet von Jan Brack
7,0 / 10
Design und Verarbeitung
5,0 / 10
Ausstattung und Bedienung
5,0 / 10
Sprachqualität
8,0 / 10
Akkulaufzeit
6,0 / 10
Multimedia
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