Samsung Galaxy Beam im Test

YouTube auf 50 Zoll

Das Samsung Galaxy Beam GT-I8530 kombiniert Beamer und Smartphone. Eine Kombination, die durchaus funktioniert - allerdings nur in abgedunkelten Räumen. Im Alltag zeigt sich zudem noch die ein oder andere Schwäche.

Mit dem Galaxy Beam GT-I8530 präsentiert Samsung ein Handy mit integriertem Beamer. Macht das Smartphone den Projektor auf Geschäftsreisen künftig überflüssig? Und eignet sich das Galaxy Beam auch als günstiger Beamer-Ersatz fürs Heimkino? Netzwelt hat es getestet.

Design und Verarbeitung

Beim Design orientiert sich Samsung am Design des Galaxy S2 und des Galaxy Note. Auffallend am Gerät ist vor allem der leuchtend gelbe Rahmen, der dem Nutzer eher ins Auge sticht als der integrierte Beamer an der Oberseite. Denn Samsung ist es gelungen, die Gehäuseabmessungen und das Gewicht trotz des Projektors in Grenzen zu halten. Das Galaxy Beam ist nur ein klein wenig dicker und schwerer als andere Smartphones. Dadurch liegt es bequem und dank der geriffelten Rückseite auch sicher in der Hand. Besonders wertig wirkt das Modell aber nicht. Der gelbe Rahmen verleiht ihm eher den Charme eines Einsteiger-Smartphones für Jugendliche, denn eines Handys für Geschäftsleute.

Samsung Galaxy Beam

Praktisch: Das Gehäuse muss nur für das Einlegen des Akkus geöffnet werden, microSD- und SIM-Karten-Slot befinden sich seitlich am Gerät. Um die SIM-Karte einzulegen, war im Test zusätzlich ein spitzer Gegenstand erforderlich.

Hardware

1-Gigahertz-Dual-Core-Prozessor, 8 Gigabyte interner Speicher (von denen dem Nutzer nur vier Gigabyte zur Verfügung stehen), eine 5-Megapixel-Kamera und ein 4-Zoll-Display mit einer Auflösung von 800 x 480 Pixeln - die Ausstattung garantiert ein flüssiges Android-Erlebnis und ermöglicht sogar eine Partie GTA 3 auf dem Galaxy Beam, vom Hocker reißt der Leistungsumfang Nutzer aber nicht. Ähnliche Spezifikationen weisen bereits Einsteiger-Modelle wie das Samsung Galaxy Ace 2, das HTC One V oder das Sony Xperia U auf.

Samsung Galaxy Beam

7 Bilder
Zur Galerie

Das Highlight des Galaxy Beam ist aber ohnehin der integrierte Beamer: Beim Projektor greift Samsung auf die weit verbreitete DLP-Technik zurück. Der verbaute Projektor besitzt dabei einen Lichtstrom von 15 Lumen, dies ist deutlich weniger als bei handelsüblichen DLP-Projektoren. Für rund 300 Euro erhalten Nutzer beispielsweise schon einen Beamer mit einem Lichtstrom von 2.700 Lumen.

Die Folge: Will man mit dem Galaxy Beam Inhalte großflächig (bis zu 50 Zoll) projizieren, braucht man einen abgedunkelten Raum. In hellen Räumen schafft es der Beamer nur bei kurzen Abständen zur Projektionsfläche, ein sichtbares Bild in der Größe eines Laptopbildschirms an die Wand zu werfen. Ein weiteres Manko: Die Auflösung liegt mit 640 x 360 Pixeln ebenfalls klar unter der handelsüblicher Projektoren. Dies lässt sich bei YouTube-Filmen und Präsentationen verschmerzen, bei längeren Videos strengt das pixelige Bild aber an. Für einen Filmabend mit Freunden ist das Galaxy Beam also nur bedingt geeignet.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Die Sprachqualität des Galaxy Beam ist gut und bewegt sich über dem Durchschnitt, auch wenn die Geräuschunterdrückung in lauten Umgebungen nicht an die Qualität des Flaggschiffs Galaxy S3 heranreicht. Im Freisprechmodus gab es zudem vereinzelt kleinere Aussetzer.

Samsung legt dem Galaxy Beam zwei Akkus mit einer Kapazität von jeweils 2.000 Milliamperestunden bei. Der Akku des GT-I8530 ist damit fast so groß wie der des Flaggschiffmodells Galaxy S3. Im Test reichte eine Akkuladung für rund zwei Stunden Dauerprojektion - bei eingelegter SIM-Karte und aktiviertem WLAN. Im Alltagsbetrieb dürfen Nutzer sogar von Laufzeiten von mehreren Tagen träumen.

Ein Manko gibt es aber: Die beiliegende Docking-Station kann den Akku nur laden, wenn der Nutzer ihn aus dem Smartphone entfernt. Wer also nicht darauf achtet, dass stets einer der beiden Beam-Akkus voll ist, muss ein paar Stunden auf sein Smartphone verzichten. Neben der Docking-Station kann das Smartphone aber auch normal über die Steckdose geladen werden.

Multimedia

Fotos nimmt das Galaxy Beam mit maximal fünf Megapixeln auf. Die Bildqualität ist befriedigend. Im Vergleich mit anderen Handy-Kameras wirken die Fotos aber etwas zu dunkel, die Farben könnten kräftiger sein und feine Details verschwimmen in den Aufnahmen. Ein mit dem Galaxy Beam aufgenommenes Bild in Originalgröße finden Sie hier. Videos nimmt die Kamera in HD auf. Wie bei den Fotos gilt: Die Qualität ist in Ordnung, es geht aber besser. Vereinzelt trat im Test ein leichtes Nachziehen auf.

Der Klang des externen Lautsprechers ist befriedigend. Er übersteuert auch bei voller Lautstärke nicht, wirkt aber etwas schwach und blechern. Für die gelegentliche Hintergrundbeschallung ist er aber geeignet. Mit angeschlossenen Kopfhörern klingt das Galaxy Beam erwartungsgemäß besser und kann auch mit günstigen MP3-Playern konkurrieren.

Samsung Galaxy Beam

5 Bilder
Zur Galerie

Software

Als Betriebssystem kommt das mittlerweile fast zwei Jahre alte Android 2.3 aka Gingerbread zum Einsatz. Installiert ist die Revision 2.3.6, die ebenfalls nicht mehr ganz aktuell ist. Ein Update auf Android 4.0 sollte es geben, hieß es zumindest am Samsung-Stand auf dem Mobile World Congress Ende Februar in Barcelona. Eine offizielle Ankündigung des Herstellers geschweige denn ein Zeitplan fehlen aber noch. Daher ist vollkommen unklar, ob es wirklich eine Aktualisierung geben wird. Das Android-System ist mit der Samsung-eigenen Nutzeroberfläche TouchWiz überzogen. Es stehen zudem die Samsung-Dienste All Share (DLNA), Samsung Apps und Chat On zur Verfügung.

Für die Steuerung des Beamers ist die App "Projektor" vorgesehen. Hier kann der Nutzer Helligkeit und Schärfe sowie die Ausrichtung des Beamer-Bildes ändern oder den Projektor kurzfristig zur Taschenlampe umfunktionieren. Projizieren kann der Projektor grundsätzlich alles, was sich auf dem Smartphone befindet beziehungsweise darstellen lässt - sogar Live-Bilder von der Kamera. Was nicht ohne weiteres funktioniert: das Galaxy Beam an einen Laptop anschließen und dann den Desktop an die Wand spiegeln. Hier muss der Nutzer zu Apps wie etwa TeamViewer greifen. Eher Spielerei sind die Modi "Quick Pad", "Ambiente-Modus" und "Nachrichten". Quick Pad erlaubt es, auf dem Beamer-Bild zu malen, der Ambiente-Modus ist eine Art Diashow mit Musik und Nachrichten ist eine Wecker-App, die dem Nutzer zusätzlich zur Musik mit bunten Beamerbildern weckt.

Fazit

Für die Präsentation der eigenen Urlaubsbilder oder um ein YouTube-Video in 50 Zoll an der Zimmerdecke zu schauen, reicht das Galaxy Beam allemal - auch wenn die Qualität nicht an übliche DLP-Projektoren heranreicht. Beim Projizieren von Power Point-Präsentationen in hellen Räumen oder beim Einsatz als günstige Alternative zum Heimkino werden dem Nutzer dagegen viele Kompromisse abgerungen. Die Einsatzmöglichkeiten des Beamers sind also deutlich beschränkt - ein Manko, dass die restliche Ausstattung und installierte Software angesichts des vergleichsweise hohen Preises nicht wett machen können.

Die unverbindliche Preisempfehlung von Samsung lautet 539 Euro. Im Internet wird das Modell aber bereits für rund 430 Euro gehandelt.

Eine Alternative zum Samsung Galaxy Beam sind Pico-Beamer wie etwa die Modelle der Firma Aiptek. Die Geräte gibt es unter anderem für Apples iPhone.

Samsung Galaxy Beam
7
Leserwertung

Hier könnt ihr das Produkt Samsung Galaxy Beam selbst bewerten.

Die Leserwertung beträgt 7 von 10 möglichen Punkten bei 2 abgegebenen Stimmen.
Vielen Dank für deine Bewertung!

Samsung Galaxy Beam - Specs: Die technischen Daten im Überblick

Die nachfolgende Tabelle zeigt euch die wichtigsten technischen Daten des Samsung Galaxy Beam im Überblick. Eine detaillierte Auflistung findet ihr im technischen Datenblatt, um das Samsung Galaxy Beam mit anderen Smartphones zu vergleichen besucht unseren Handy-Vergleich.

Prozessor Cortex-A9
Display TFT Color 480x800px (4.0") 233ppi
Gerätespeicher 8 GB
Akku 2.000 Milliamperestunden
Hauptkamera 5 Megapixel
Alle Details anzeigen

Das könnte dich auch interessieren

Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Testbericht, Android, (Mini)-Beamer und Projektoren, Samsung, Smartphone und Samsung Galaxy Beam.

Samsung Galaxy Beam im Zeitverlauf
1 von 2
  • Samsung gibt Preis von Galaxy Beam bekannt

    14.05.2012 Das Samsung-Smartphone Galaxy Beam kommt bald in Deutschland in den Handel. Der südkoreanische Hersteller hat bei Facebook erstmals einen Preis für das Smartphone mit integriertem Beamer veröffentlicht. Das Handy soll laut unverbindlicher Preisempfehlung 429 Euro kosten.

    Der genaue Termin des deutschen Marktstarts wurde indes bei Facebook nicht verraten. Netzwelt hatte auf dem Mobile World Congress in Barcelona bereits Gelegenheit für einen Kurztest. Das Android-Handy bietet einen integrierten, 15 Lumen starken Beamer und soll Fotos, Videos und Präsentationen mit einer Größe von bis zu 50 Zoll an die Wand werfen.

    Die Projektion erfolgt in nHD. Die maximale Auflösung beträgt also 640 x 360 Pixel. Der Akku soll bis zu drei Stunden Dauerprojektion ermöglichen. Dabei passt das Smartphone mit einem Durchmesser von 12,5 Millimetern und einem Gewicht von 145 Gramm problemlos in die Jackentasche.

    Das Samsung Galaxy Beam ist nicht das erste Beamer-Handy des südkoreanischen Herstellers. Bereits 2009 und 2010 stellte Samsung mit dem Samsung i7410 und dem Samsung i8520 Halo Handys mit integriertem Mini-Beamer vor. Das i8520 Halo lief bereits mit Android, ist allerdings nie in Deutschland in den Handel gekommen.

Zurück
Weiter
zur
Startseite

zur
Startseite